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6. Mai 2021
Wulf Kirschner auf YouTube
17:03

Wulf Kirschners Hauptwerkstoff ist der Stahl. Unter Verwendung verschiedener Stahlsorten (Schiffsbaustahl, Edelstahl, Cortenstahl) und unterschiedlicher Elektroden (Chromnickel-, Universal- oder kalkbasischen Elektroden), die er zeilenweise darauf schweißt, gelingt es dem Bildhauer seinen Reliefs und dreidimensionalen Körpern eine poetische Farbigkeit und malerische Struktur einzuschreiben.

Wulf Kirschner hat sich der Unendlichkeit der Linie verschrieben, sie ist sein wesentliches Gestaltungselement. Linie für Linie aufschweißend erschafft er Zeilen, die denen eines Buches gleichen. Der Betrachter folgt ihnen durch die anerzogene Leserichtung. Seine Werke, die zumeist geo­metrischen Grundformen folgen, sind Ausdruck von Gleichform und Vielfalt. Keine Schweiß­naht gleicht der anderen und doch entfalten sie in der Gesamtheit ihre Wirkung. Unvor­hersehbar in Ihrer Struktur und Farbigkeit entwickeln die Linien eine malerische Qualität und poetische Schönheit.

Seine Schweißnahtarbeiten zeigen, wie groß die Differenzierungsmöglichkeiten innerhalb eines scheinbar festgelegten Systems sind. Je nachdem, welches Material er verwendet, können seine Bildwerke eine farbig schillernde Oberfläche aufweisen oder in warmen Erdtönen Harmonie erzeugen.

Die im Video vorgestellten Arbeiten, die aktuell in der Cadoro – Zentrum für Kunst und Wissenschaft in Mainz zu sehen sind, zeigen beispielhaft, wie sorgfältig der Künstler seine Objekte konstruiert. Unter Rückgriff auf die Gruppen der platonischen, der archimedischen und der Johnsonkörper haucht er den delikaten geometrischen Konstruktionen Leben ein, gibt ihnen Form in robustem Schiffbaustahl.

Dabei legt Kirschner großen Wert auf die Ausgewogenheit von Form und Inhalt, wobei Letzterer hier mit der Ausgestaltung der Oberfläche gleichzusetzen ist. Die Wahl der Elektroden und ihre Anordnung erlauben dem Künstler die poetische Ausgestaltung des Werkes, die sich der skulpturalen Form keinesfalls unterzuordnen hat.

Kirschner lebte lange Jahre in Cuxhaven an der Nordsee. Die raue Natur, die Weite der Küstenlandschaft mit dem Watt unmittelbar vor der Haustür prägen sein Werk bis heute entscheidend. Kirschner ist fasziniert von dem Einfluss der Natur und Witterung auf seine Werke und der damit einhergehenden Veränderung des Materials. Räumliche werden mit zeitlichen Dimensionen verbunden und die Prozesshaftigkeit seiner Kunst wird offenbar. Neben dem Element Wasser spielt auch das Feuer im Werk Wulf Kirschners eine wichtige Rolle. Während es vom Künstler nur schwer kontrolliert werden kann, ist es existenziell für den Entstehungsprozess seiner Werke. Die frei werdenden Schrumpfspannungen verändern die einst geometrischen Formen der Bleche, die sich nun wellen oder verziehen.

Wollen Sie mehr über das Werk Wulf Kirschners erfahren? Dann sollten Sie diesen Film über den Künstler nicht verpassen. Neue Filme erscheinen regelmäßig in unserem Youtubekanal.

Werke

Wulf Kirschner - Kybele I
Wulf Kirschner
Kybele I ‧ 2019
Erdskulptur, Rotunde, Johnson-Körper, Schiffbaustahl, Chromnickel geschweißt, Höhe 80 cm, Durchmesser 80 cm
Wulf Kirschner - Ikosidodekaeder
Wulf Kirschner
Ikosidodekaeder ‧ 2020
archimedischer Körper, Corten-Stahl, Chromnickel geschweißt, Umkugeldurchmesser 144 cm, Gewicht: 500 kg
Wulf Kirschner - Rhombenkuboktaeder
Wulf Kirschner
Rhombenkuboktaeder ‧ 2021
archimedischer Körper, Edelstahl 1.4301, Chromnickel geschweißt, Umkugeldurchmesser ca. 36 cm

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Publikationen

Spuren – Elemente
Wulf Kirschner
Spuren – Elemente

Reihe Dokumente unserer Zeit – Band 15

1991

16,50 €
Arbeiten 1979 – 1986
Wulf Kirschner
Arbeiten 1979 – 1986

Reihe Dokumente unserer Zeit – Band 1

1986

vergriffen

Publikationen über Wulf Kirschner

Dr.  Dorothea  van der Koelen

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