Newsletter

25. März 2021
Mohammed Kazem auf YouTube
6:46

Der 1969 geborene Mohammed Kazem zählt zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Kunst – und das nicht nur in Vereinigten Arabischen Emiraten, wo er darüber hinaus als Shooting Star gefeiert wird. Spätestens seit seiner aufsehenerregenden Teilnahme an der 55. Kunstbiennale von Venedig, wo der von ihm als Multimediaraum gestaltete Pavillon der VAE das Publikum begeisterte, ist sein Name in der internationalen Kunstwelt bekannt.

Kazem kam mitten in einer Epoche großer Veränderungen zur Welt: drei Jahre vor seiner Geburt wurde in Dubai Öl gefunden und zwei Jahre später wurden die Vereinigten Arabischen Emirate aus der Taufe gehoben. Diese Ereignisse stellten einen historischen Wendepunkt dar und stießen einen tiefgreifenden Wandel in vielen Bereichen an. Wo sich früher der Blick in der schier endlosen Weite der Wüste zu verlieren drohte, wachsen jetzt schwindelerregende Wolkenkratzer gen Himmel.

Bereits im Alter von 14 Jahren wurde Mohammed Kazem Schüler von Hassan Sharif. Sharif ist einer der ersten Konzept- und Performancekünstler der Vereinigten Arabischen Emirate. Dies sollte seinen weiteren künstlerischen Werdegang entscheidend prägen.

Nach frühen Erfahrungen mit Malerei und Performancekunst begann Mohammed Kazem Anfang der 90er Jahre mit der Arbeit an seiner Werkgruppe Scratches, die schon viele Aspekte seines späteren Schaffens erkennen lässt. Er bearbeitet und verändert das Grundmaterial, mit dem er arbeitet, erweitert sein Werk von der malerischen zweiten in die räumliche dritte Dimension und versucht sich stets daran, dass Unfassbare zu greifen.

Dies zeigt sich auch in seiner neuen Werkserie Collecting Light. Der Künstler sammelt hier etwas, das nicht sammelbar zu sein scheint: das Licht. Er untersucht dabei die Wirkung des Lichts auf die Materie, die Erzeugung von Schatten und die Sichtbarmachung der Zeit durch die Veränderung der Schatten im Laufe des Tages und der Sonnenwanderung.

Mohammed Kazems Arbeiten aus der Gruppe Fixing nothing eröffnen eine ähnlich philosophische Dimension. Äußerlich kann man die Arbeiten als Aluminiumflächen mit Öffnungen beschreiben, durch die Schrauben gesteckt und mit Muttern fixiert sind. Der Werktitel beantwortet die sich aufdrängende Frage, was die Schrauben denn befestigen: nichts! Diese Konstellation verkörpert ein Konzept von Kunst, dass sie von Gebrauchsgegenständen abhebt: Kunst ist von Funktion befreit. Diese Freiheit wiederum erweitert den Gestaltungsspielraum des Künstlers. Abgesehen davon handelt es sich bei den Fixing Nothing-Arbeiten um sehr poetische Werke. Dies wird besonders deutlich, wenn man das Spiel von Licht und Schatten beobachtet, dass sich auf der Werkoberfläche abspielt, noch verfeinert durch die delikaten Schattenwürfe der Schrauben und Muttern auf der weißen Aluminiumoberfläche.

Werke

Mohammed Kazem - Sounds of Angles No. 1f Blue (1) big
Mohammed Kazem
Sounds of Angles No. 1f Blue (1) big ‧ 2018
Papier geritzt mit blauer Farbe, 70 x 50 cm
Mohammed Kazem - Fixing Nothing (green)
Mohammed Kazem
Fixing Nothing (green) ‧ 2015
Edelstahl Schrauben und Muttern, Aluminium, 120 x 120 x 9 cm, 3 Ex. + Ap
Mohammed Kazem - Sound of Triangle No. 1
Mohammed Kazem
Sound of Triangle No. 1 ‧ 2018
geritztes Papier, grüne Farbe, 70 x 70 cm

Anfrage

Publikationen

Collecting Light
Mohammed Kazem
Collecting Light

Reihe Dokumente unserer Zeit – Band 54

2019

25,– €
Zahlen – Zeit – Zeichen
Zahlen – Zeit – Zeichen
Numbers – Time – Signs

Reihe Dokumente unserer Zeit – Band 30

2003

20,– €

Publikationen über Mohammed Kazem

Dr.  Dorothea  van der Koelen

Galerie