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Hellmut Bruch – François Morellet

Konkret & konstruktiv – 29. Juli 2026 Cadoro Mainz

Mit der Ausstellung Konkret & Konstruktiv präsentiert die Cadoro in Mainz Arbeiten von François Morellet und Hellmut Bruch. Beide Künstler stehen für eine Kunst, die mit klaren Formen, präzisen Strukturen und reduzierter Gestaltung arbeitet. Ihre Werke zeigen, wie aus wenigen gestalterischen Mitteln eine starke räumliche und visuelle Wirkung entstehen kann. Und beide Künstler feiern runde Geburtstage.

Der Franzose François Morellet (*1926 †2016), der am 30. April seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, zählt zu den bedeutendsten Vertretern der konkreten, konstruktiven und minimalistischen Kunst. Seine Arbeiten verbinden geometrische Ordnung mit spielerischen Variationen und machen sichtbar, wie System und Zufall aufeinandertreffen und ungewöhnliche, oftmals humorvolle Symbiosen eingehen. »Ich gebe zu, ich habe eine Neigung zu sehr einfachen Sachen, die oft geometrische Formen annehmen. … Ich liebe die Geometrie, aber noch lieber werfe ich sie über den Haufen.« (François Morellet)

Der Österreicher Hellmut Bruch (*1936), der am 18. Juni seinen 90. Geburtstag feierte, entwickelte ebenfalls eine Bildsprache, die auf Klarheit, Rhythmus und Struktur basiert. Seine konkreten Werke und Bildkompositionen eröffnen einen Dialog zwischen Form, Raum und Wahrnehmung. Die Arbeiten mit fluoreszierendem Acrylglas in gelb, rot oder orange faszinieren zwar einerseits durch ihr Leuchten, aber die Kompositionsprinzipien, die sich an der Schönheit des ›Goldenen Schnitts‹ orientieren, geben diesen Werken ihre Tiefe und zeitlose Gültigkeit.

Die Ausstellung lädt dazu ein, die Vielschichtigkeit konkreter & konstruktiver Kunst neu zu entdecken. Im Zusammenspiel der beiden Positionen entsteht ein spannender Blick auf künstlerische Präzision, Reduktion und Variation. Das Einfache, das schwer zu machen ist. Die Ausstellung Konkret & Konstruktiv zeigt, gerade in der heutigen Zeit, die von Zerstörung und Hässlichkeit geprägt ist, wie aktuell und kraftvoll diese zeitlose Formensprache noch immer wirkt, und wie Klarheit und Schönheit in der Kunst (unum verum bonum) in ihrer konstruktiven Präsenz das Destruktive überwinden kann.

Dr.  Dorothea  van der Koelen

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