Christian Megert

Spiegelbilder · Zum 90. Geburtstag – 1. Juni 2026 CADORO Mainz

 

Spiegelbilder

Faszinierende Kinetik- und Lichtobjekte gehören genauso zu seinem Œuvre wie Malerei und Großplastiken aus Stein, doch das Thema Spiegel nimmt im Werk Christian Megerts einen breiten Raum ein. Es begleitet den Schweizer Bildhauer und Objektkünstler fast schon sein ganzes Arbeitsleben lang. Bereits Anfang der sechziger Jahre sorgte er in der Kunstwelt für Aufsehen mit seinen Environments, in denen er mittels Spiegeln Räume neu auslotete und dazu anregen wollte, mit der »Hilfe von Kunst alles Räumliche neu zu überdenken«.

Aus Anlass seines 90. Geburtstages im Januar 2026 zeigt die Galeristin Dr. Dorothea van der Koelen eine facettenreiche Ausstellung mit brandaktuellen Werken des ehemaligen Professors der Kunstakademie Düsseldorf und Documenta-Teilnehmers zum Thema Spiegelbilder. Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist der renommierte Künstler aus dem Kreis der Gruppe »Zero« und der »Nouvelle École Européenne« noch weiterhin schöpferisch tätig und überrascht mit seiner ungebrochenen Kreativität. So sind bei der reizvollen Werkschau in Mainz-Hechtsheim tatsächlich nur jüngste und jüngere Arbeiten zu bewundern. Für die Mainzer Ausstellung entstand eigens eine Serie mit zwölf neuen Arbeiten aus Spiegelscherben und dunkler Farbe, mit denen der in Bern und Düsseldorf lebende Megert rückschauend an sein Frühwerk anknüpfen möchte. Die Scherben auf der Abfallhalde einer Spiegelfabrik hatten ihn seinerzeit inspiriert, mit dem Material zu experimentieren.

Zu sehen sind in der Cadoro auch zahlreiche farbige Environments mit Spiegeln in verschiedenen Größen und Formen, ein kaleidoskopartiges optische Vergnügen für den Betrachter, der im Vorbeischlendern immer wieder neue Perspektiven entdecken kann.

Bei der Vernissage wird der phantasievolle Künstler, der als Weggefährte von Kollegen und Kolleginnen wie Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle, Yves Klein oder Günther Uecker, die ersten Nachkriegsjahrzehnte der europäischen Kulturszene entscheidend mitgeprägt hat, anwesend sein.



Dr.  Dorothea  van der Koelen

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