»Vorstellungsrealitäten«

11. Februar – 24. Mai 1995 Themenausstellung in der Galerie Dorothea van der Koelen Mainz


Künstler der Ausstellung

Lore Bert - Ausstellung »Vorstellungsrealitäten«
Bert
Daniel Buren - Ausstellung »Vorstellungsrealitäten«
Buren
Heinz Gappmayr - Ausstellung »Vorstellungsrealitäten«
Gappmayr
Joseph Kosuth - Ausstellung »Vorstellungsrealitäten«
Kosuth
Fabrizio Plessi - Ausstellung »Vorstellungsrealitäten«
Plessi
Günther Uecker - Weißer Schrei
Uecker

Joseph Kosuth, Keith Sonnier, Lawrence Weiner

Die in dieser Ausstellung mit dem Titel Vorstellungsrealitäten vorgestellten Arbeiten zeigen ohne Ausnahme deutlich die Neigung zur Konzeptualität, jedoch ist diese immer, wenn auch mit je individuellen Akzentverschiebungen, an eine den Sinnen zugängliche Realpräsenz gebunden. Es ist auffallend, dass das Werk (nicht unbedingt immer die gezeigten Werke) der hier vertretenen Künstler vielfache Bezüge u mathematischen Formen ausweisen, sei es in arithmetischen Zahlenbezügen, sei es in der Verwendung geometrischer Grundmuster, die schon Platon als Erkenntnismittel wichtig waren.

Zudem gewährleistet gerade die oft raumgreifende Installation der vielfach aus taktilen Materialien bestehenden Arbeiten ihre Realpräsenz für den Betrachter. Dieser Faktor, der ausgeprägte Betrachterbezug, dürfte das entscheidende Kriterium dafür sein, dass die konzeptuellen, den Intellekt ansprechenden Ansätze untrennbar mit einer notwendig sinnlichen Komponente verbunden sind, was den humanen Charakter dieser Werke ausmacht. Dieser kann mitunter bis in den politischen Bereich hineinreichen, wie auch sowohl Platons als auch Aristoteles’ Lehre jeweils ethische Ansprüche bis hin zu einer Staatstheorie beinhalteten.

Alle hier gezeigten Arbeiten werden somit dem zunächst unversöhnbar widersprüchlich scheinenden Motto der Vorstellungsrealitäten gerecht. Es besagt nicht nur, dass auch Vorstellungen Anspruch auf Realität zukommt, sondern dass diese sich hier auch wirklich materialisieren. Denn die Kunst kann mit ihren Mitteln synthetisieren, was die Philosophie lediglich abstrakt als getrennt und nur mit Mühe überbrückbar denken kann.

Publikation zur Ausstellung

Vorstellungsrealitäten
Vorstellungsrealitäten

1995

Dr.  Dorothea  van der Koelen

Galerie